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Interview Henri Leconte at Roland Garros: Die Presse am Sonntag, Austria


Henri Leconte erreichte 1988 als letzter Franzose das Finale der French Open. "Die Presse am Sonntag" traf Leconte in Paris und sprach mit ihm über Muster, Nadal und sein Image.

31.05.2014 | 17:58 |   (Die Presse)

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre French-Open-Finalniederlage 1988 gegen Mats Wilander?

 

Henri Leconte: Das war eine riesige Enttäuschung für mich. Manchmal ist es besser in einem Halbfinale anstatt in einem Finale zu verlieren. Aber mittlerweile sind 26 Jahre vergangen, ich komme gut damit klar.

Hat sich Ihr Leben nach dem Erreichen dieses großen Endspiels verändert?

Ganz gewiss. Bevor ich in Roland Garros das Finale bestritten habe, war ich in Frankreich sehr unbeliebt. Die Leute mochten meine Spielweise nicht. Auch die Art, wie ich nach Matches gesprochen habe, kam nicht gut an. Ich hatte immer schon eine starke Persönlichkeit. So richtig verändert hat sich mein Leben dann 1991, als Frankreich den Daviscup gegen die USA gewonnen hat. Ich habe im Einzel Pete Sampras besiegt und gemeinsam mit Guy Forget auch das Doppel gewonnen. Heute lieben mich die meisten Franzosen.

Wie viel Preisgeld haben Sie damals als French-Open-Finalist verdient?

Es war sehr wenig, verglichen mit der heutigen Zeit. Aber es hat genügt, um ein Haus in Südfrankreich zu kaufen und meiner Familie und mir ein schönes Leben zu bereiten.

Meinen Sie, die derzeitigen Topspieler verdienen zu viel?

So würde ich es nicht sagen. Es ist, wie es ist. Das Preisgeld wird jedes Jahr mehr, nicht nur im Tennis. Was mich etwas stört, ist die Verteilung. Die Spieler an der Spitze verdienen immer mehr, während viele andere darum kämpfen müssen, sich die vielen Reisen finanzieren und an Turnieren teilnehmen zu können.

Was würden Sie am Tennissport ändern?

Der größte Fehler war die Annäherung der Beläge. Heutzutage wird überall fast das gleiche Tennis gespielt, egal, ob auf Sand, Rasen oder Hartplatz. Früher gab es noch echte Spezialisten, auch Spieler, die Serve & Volley perfekt beherrschten. Wenn es in Paris trocken und heiß ist, sind die French Open vielleicht schon jenes Turnier, bei dem am schnellsten gespielt wird. Und das auf Sand. Das wäre früher unmöglich gewesen.

Viele sprechen im Zusammenhang mit Federer, Nadal, Djoković und Murray von einer goldenen Ära. Erlebt das Tennis sein bestes Zeitalter?

Jede Ära hat seine Champions. Ich erinnere nur an Rod Laver oder Björn Borg. Man kann Generationen nicht miteinander vergleichen, allein schon wegen der unterschiedlichen Schläger, Bälle und Beläge.

Vermissen Sie die großen Charaktere auf der Tour?

Natürlich. Wir vermissen und brauchen echte Typen. Wenn die Zeit gekommen ist, für Nadal und Djoković Abschied zu nehmen, wer ist dann noch da? Mir fallen neben den beiden noch Federer, Murray, Tsonga und Monfils ein. Aber sonst?

 

Sie haben zwischen 1984 und 1994 gleich neunmal gegen Thomas Muster gespielt. Woran denken Sie bei seinem Namen?

Bei Muster denke ich an den Terminator. Ich nennen ihn heute noch so. Er war so schwer zu bezwingen, weil er ein großartiger Kämpfer war. Muster war als Spieler unglaublich hart zu sich selbst, teils wirkte es so, als befände er sich in einem Tunnel. Vor einigen Jahren habe ich ihn auf der Champions Tour der Ex-Profis wiedergesehen. Und ich habe plötzlich einen freundlichen, netten und lustigen Menschen kennengelernt. Thomas hat mir eine neue, tolle Seite von sich gezeigt.

Muster gab 2010 sogar ein Comeback.

Ich habe mich nur nach dem Grund gefragt, für mich war das völlig unecht. Aber ihm selbst war es wichtig, ich habe großen Respekt davor.

Lassen Sie uns noch über die Gegenwart sprechen. Wer ist Ihr Favorit auf den French-Open-Titel?

Zuallererst Nadal, an zweiter Stelle kommt für mich Djoković. Aber Nadal hier in Paris über fünf Sätze zu bezwingen – das ist unglaublich schwer. Vielleicht gibt es ja sogar eine Überraschung. Bei den Australian Open hatte schließlich auch niemand ernsthaft Wawrinka auf der Rechnung. Aber bitte, erwarten Sie keine Überraschungen von den Franzosen. Wir wären schon froh, wenn es einer in die zweite Woche schafft.

Woran liegt es, dass Sie bis heute der letzte Franzose sind, der es in Roland Garros bis in das Finale geschafft hat?

Die französischen Spieler machen sich selbst so ungemein viel Druck, sie haben Angst. Und bei vielen scheitert es an der Vorbereitung. Ich habe mich früher ab Ende März jeden Tag fünf Stunden auf Sand vorbereitet, das macht die heutige Generation nicht.

Zahlreiche ehemalige Legenden wie Boris Becker, Stefan Edberg oder Michael Chang fungieren heute als Trainer. Wäre das nicht auch eine reizvolle Aufgabe für Sie?

Warum nicht? Das Problem ist nur: Ich brauche einen Spieler, der noch verrückter ist,, als ich es bin (lacht). Nein, ganz im Ernst. Ich kann mir das schon gut vorstellen, habe auch die nötige Leidenschaft für den Sport. Vielleicht sieht man mich ja bald wirklich als Trainer.



Ancien tennis champ et canal 7 commentateur de tennis Henri Leconte a parlé à Ross et John au cours de Melbourne 2016 du tournoi Open d'Australie et a dit que la chaleur de Melbourne peut être « brutale » sur les joueurs.
Il a aussi parlé de tennismen controversé Nick Kyrgios et Bernard Tomic, disant que les joueurs australiens avaient encore beaucoup à apprendre.
De plus, nous avons eu quelques autres questions sur le Tennis en France, Roger Federer et quelques nouvelles nations de tennis.

Dites-nous en plus de la chaleur à l'Open d'Australie.
Henri: Oui, la chaleur est brutale.
J'ai passé à cause de la chaleur, il y a l'Aussie Open dans les années 90 quand je jouais sur le circuit ATP.

Quelle est la cote de popularité de tennis en France ?
Henri: Très populaire, nous avons également un grand chelem: the French Open.
Nous sommes très chanceux d'avoir tant de joueurs de tennis français à l'heure actuelle.

Roger Federer est encore à jouer et sans s'arrêter. Qu'avez-vous ressenti qu'il est temps d'arrêter de jouer sur le circuit ATP ?
Henri : J'ai réalisé qu'il à l'âge de 31/32 parce que j'ai eu des opérations arrière.
Roger est incroyable. Il a remporté de nombreux tournois du grand chelem. C'est très impressionnant qu'il joue à ce niveau tout le temps.

Dont autres pays sont à venir ? Est-il maintenant temps pour la Chine de Progrès?
Henri: Oui, la Chine se lève avec Li Na. Et la Serbie. C'est maintenant un pays où le tennis s'agrandit. Elle pourrait devenir une nation de tennis à cause de Novak Djokovic.
La Russie développe également très bien. Et de l'Australie est également à venir retour même Nick et Bernard ont besoin toujours d'apprendre.

Merci Henri, avoir un grand temps ici en Australie.
Henri : Merci.


Während der Australian Open 2016 sprachen Ross und John mit dem ehemaligen Tennisprofi und derzeitigem Channel 7 Moderator Henri Leconte der bestätigte, dass die Hitze von Melbourne "brutal" für die Spieler sein kann. Er sprach auch über die umstrittenen australischen Tennisspieler Nick Kyrgios und Bernard Tomic, diese hätten seiner Meinung nach noch immer viel zu lernen hätten. Darüber hinaus hatten wir noch einige weitere Fragen etwa über Tennis in Frankreich, Roger Federer und neue Tennisnationen.
 
 
Erzähl uns mehr über die Australian Open ...
Henri: Oh ja, die Hitze ist brutal. Auf der ATP Tour in den Neunzigern fiel ich wegen der Hitze ein Mal Ohnmacht bei den Aussie Open.
 
Wie populär ist Tennis in Frankreich?
Henri: Sehr! Und wir haben auch einen Grand Slam: die French Open. Wir können uns glücklich schätzen, derzeit so viele französische Spieler zu haben.
 
Roger Federer spielt noch immer ohne aufzuhören. Wie erkanntest Du, dass es Zeit war bei der ATP Tour aufzuhören?
Henri: Im Alter von 31 / 32 war ich mir dessen bewußt, ich hatte Rückenoperationen. Roger ist unglaublich. Er hat so viele Grand Slams gewonnen, es schon sehr beeindruckend, dass er die ganze Zeit über auf so einem Niveau spielt.
 
Welche anderen Nationen kommen auf? Ist es Zeit für einen chinesischen Durchbruch?
Henri: Ja, China kommt mit Li Na. Schau Dir Serbien an, das ist nun ein Land, in dem Tennis immer größer wird. Es könnte wegen Novak Djokovic zu einer Tennisnation werden. Russland entwickelt sich auch sehr gut. Und Australien kommt auch zurück obwohl Bernard und Nick noch viel lernen müssen.
 
Danke Henri und eine gute Zeit hier in Australien!
Henri: Vielen DanK
 
 

Former tennis champ and Channel 7 tennis commentator Henri Leconte has spoken to Ross and John during 2016 Melbourne's Australian Open tournament,
and said that Melbourne's heat can be 'brutal' on players.
He also spoke on controversial tennis players Nick Kyrgios and Bernard Tomic,
saying that the Australian players still had a lot to learn.
Plus we had a couple of other questions about Tennis in France, Roger Federer and some new tennis nations.

Tell us more about the heat at the Australian Open:
Henri: Yes, the heat is brutal.
I passed out because of the heat there at the Aussie Open in the 90's when I was playing on the ATP Tour.

How popular is tennis in France?
Henri: Very popular, we have also a grand slam the French OPEN.
We are very fortunate to have so many french tennis players at the moment.

Roger Federer is still playing and not stopping. How did you feel that it is time to stop playing on the ATP Tour?
Henri: I realised it at the age of 31/32 because i had back operations.
Roger is incredible. He has won so many grand slams. It is very impressive that he plays at that level all the time.

Which other countries are coming up? Is it a time for china to come through?
Henri: Yes, China is coming up with Li Na.
Look at Serbia. It is now a country where tennis is getting bigger. It could become a tennis nation because of Novak Djokovic.
Russia is also developing very well. And Australia is also coming back even Nick and Bernard need still to learn.

Thank you Henri, have a great time here in Australia.
Henri: Thanks.


31.01.2017

 
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